Christrose, ein Winterwunder

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ROLAND VONTOBEL Text // WERNER MEIER Illustration

Dieses Jahr möchte ich Ihnen einige Heilpflanzen im Verlauf des Jahreskreises vorstellen. Die erste dieser Heilpflanzen ist die Christrose lat. Helleborus niger. Sie blüht um Weihnachten und Neujahr mit wunderschönen weissen Blüten und gelben Staubfäden, wenn ansonsten im Wald alles braun und farblos und schlafend erscheint. Die Christrose als sogenannter Krokus der Hahnenfussgewächse wird rund 30 Zentimeter hoch und besitzt einen schwarzbraunen Wurzelstock, aus dem winterharte, lederartige, dunkelgrüne, gefiederte, sieben- bis neunteilige Laubblätter emporsteigen.


Die zauberhafte Winterpflanze ist vorwiegend in Süd- und Westeuropa in Laubwäldern anzutreffen. In der Schweiz treffen wir die Pflanze im Tessin, insbesondere in der Region von Lugano wild an. In der Ostschweiz besitzt die Pflanze Geschwister wie die «stinkende Nieswurz» und die «grüne Nieswurz». Die gesamte Pflanze ist giftig, auch die Wurzel. In der Pflanzenheilkunde wurde sie schon im Altertum bei Wahnsinn, Melancholie, Wutanfällen und Epilepsie genutzt. Auch Paracelsus verwendete die Christrose in seinem «Elixier zum langen Leben» und lobte die Heilkraft sehr.

Heutzutage wird Helleborus niger (der Name Helleborus stammt von einem griechischen Fluss und niger bedeutet schwarz, was auf die schwarze Wurzel hindeutet) vor allem in der Homöopathie eingesetzt. Durch die homöopathische Zubereitung verlieren die Giftstoffe die Gefährlichkeit. Dieses Mittel passt besonders für Personen, die im Gedächtnis vorzeitig altern. Sie vergessen das Gehörte sofort wieder, denken verlangsamt und antworten langsam. Sie hören, schmecken und begreifen immer weniger. Am Tage besteht auch ein grosses Bedürfnis zu schlafen. Oft ist das Gesicht blass, eingesunken und abgemagert, mit auffallenden Stirnrunzeln. Aufgrund der Zunahme von Demenz- und Alzheimererkrankungen ist die Christrose wieder aktuell geworden. Christrose vermag das Gedächtnis zu stärken und die Menschen wieder zu verjüngen. Zur Unterstützung verabreiche ich noch Trifloris Immergrüntropfen. Für die Therapie ist eine Langzeitkur erforderlich.